LINUX - Routing mit zwei Dialin-Providern gleichzeitig
Kurz und bündig!
Die hier vorgestellte Konfiguration, zeigt die Anbindung eines lokalen Netzwerkes (LAN) mit dem Internet. Dabei werden 2 DSL-Verbindungen mit dem Internet aufgebaut und seitens des LAN dynamisch genutzt. Welche Übertragungsarten (DSL, ISDN, Analog, oder kombiniert) eingesetzt werden, ist dabei nicht wichtig.
+------------+ /
| | |
+-------------+ Provider 1 +-------
__ | | | /
___/ \_ +------+-------+ +------------+ |
_/ \__ | WANIF1 | /
/ \ | | |
| L A N -----+ Linux Router | | Internet
\_ __/ | | |
\__ __/ | WANIF2 | \
\___/ +------+-------+ +------------+ |
| | | \
+-------------+ Provider 2 +-------
| | |
+------------+ \________
Es gibt zwei Methoden mit denen man die Zuteilung der WAN-Strecken realisieren kann.
Geteilter Zugang
Das Erste ist, wie man die Antworten auf Datenpakete, die über einen bestimmten Provider gesendet werden,
auch über diesen Weg zurück zu senden.
Wir arbeiten hier der Einfachkeit halber einfach mit symbolischen Namen($...).
$WANIF1 ist das erste Interface für die Verbindung mit dem Internet (Dialin-Provider 1).
$WANIF2 ist die zweite Schnittstelle für die Verbindung mit dem Internet (Dialin-Provider 2).
$GW1 ist die IP-Adresse des Gateway der Strecke zu Dialin-Provider 1.
$GW2 ist die IP-Adresse des Gateway der Strecke zu Dialin-Provider 2.
$P1NET ist die Netzwerk-Adresse des Dialin-Provider 1.
$P2NET ist die Netzwerk-Adresse des Dialin-Provider 2.
Erstellen wir nun 2 zusä:tzliche Routing-Tabellen namens DIALIN1 und DIALIN2.
Danach sagen wir, da&azlig; jede Route eine DEFAULT-Route ist.
Diese Informationen werden in der Konfigurationsdatei /etc/iproute2/rt_tables gespeichert.
# File: /etc/iproute2/rt_tables
# $WANIF1="eth0"
# $WANIF2="eth1"
# $GW1="IP-Adresse des Gateway von Provider 1"
# $GW2="IP-Adresse des Gateway von Provider 2"
# $P1NET="Netzwerkwerkadresse des Provider 1"
# $P2NET="Netzwerkwerkadresse des Provider 2"
ip route add $P1NET dev $WANIF1 src $WANIP1 table DIALIN1
ip route add default via $GW1 table DIALIN1
ip route add $P2NET dev $WANIF2 src $WANIP2 table DIALIN2
ip route add default via $GW2 table DIALIN2
ip route add $P1NET dev $WANIF1 src $GW1
ip route add $P2NET dev $WANIF2 src $GW2
Dann setzen Sie die Präferenz für die DEFAULT-Route
ip route add default via $P1
Als nächstes setzen Sie die Routing-Parameter. Diese geben an, welche Routing-Tabelle zu welcher Route gehört.
ip rule add from $GW1 table DIALIN1
ip rule add from $GW2 table DIALIN2
Load balancing
Eine weitere Möglichkeit Anfragen aus dem LAN in das Internet aufzuteilen, ist das Loadbalancing.
Anstatt zu sagen, ein Gateway zu einem Dialin-Provider sei der DEFAULT-Gateway, setzen wir nun
Multipath-Route ein. Diese Methode wird auch vom Standard-Kernel unterstützt.
ip route add default scope global nexthop via $GW1 dev $WANIF1 weight 1 \
nexthop via $GW2 dev $WANIF2 weight 1
Erstellen wir nun 2 Routen, die wir dann jeweils einer Routing-Tabelle zuweisen.
Danach sagen wir, da&azlig; jede Route eine DEFAULT-Route ist.
Der Parameter weight setzt die Priorität einer Netzwerkstrecke fest. Diese Methode ist allerdings kein echter
Ersatz für hardwaremäßige Load-Balancer. Es werden oft die gleichen WAN-Strecken genutzt, und nicht
abhängig von der Traffic entschieden, welches Interface / welcher Weg nun genommen werden soll.
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Letzte Änderung: 11.01.2011, 13:08:50 Uhr - Die Urheberrechte (2006-2012) obliegen SERVERMASTER.DE